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Gottes Stimme hören: Woher weiß ich, dass es nicht von mir kommt? -- 8. Okt 2004
 Wenn man anfängt, Gott hören zu wollen, stellt sich jeder die Frage: das sind doch nur meine Gedanken, oder? Woher weiß ich, dass es nicht von mir kommt?
Antwort: du weißt es nicht! Es gibt keine 100%-Lösungen. Bei Gott braucht alles Glauben, also ist immer Unsicherheit im Spiel. Oft merkt man bei eigenen Gedanken im Nachhinein, dass Gott mit im Spiel war, wenn es sich bestätigt. Aber es ist nie total Gott, denn die eigene Prägung, Annahmen, Persönlichkeit färben das immer mit. Gibt es dann irgendwelche Anhaltspunkte, um klarer unterscheiden zu können?
In der Kirchengeschichte wurde immer wieder die Rolle von Gefühlen in diesem Zusammenhang genannt. Wenn etwas im Herz geschieht (eine Wahrnehmung, ein Gedanke), dann sind Gefühle die Daten, mit denen das Herz erkannt wird. Beispiel: Lukas 24, 32: den Jüngern brannte es im Herz als sie mit Jesus redeten. Ignatius von Loyola hat dies in seinen geistlichen Übungen formuliert:
Wenn es im Herzen eine ?Bewegung? gibt (also ein Wahrnehmen von Gedanken, Gefühlen usw), dann gibt es Reaktionen darauf. Eine Reaktion ist Consolation (oder Trost). Das ist etwas Positives, etwa Friede, Freude, Hoffnung, Liebe, Glaube. Eine andere Reaktion ist Desolation (oder Trostlosigkeit). Das ist Negativ, etwa Unruhe, Furcht, Stress, Mangel, Defizit, Unglück, Distanz. Bei Consolation passen die Dinge zusammen, es ist eine Integration. Bei Desolation fallen die Dinge auseinander, es ist Stress. Consolation ist ein Zeichen, dass die Bewegung von Gott kommt. Man kann der Bewegung folgen. Desolation ist ein Zeichen, dass die Bewegung nicht von Gott kommt. Hier ist der Rat: nichts machen! Warten, bis man klare Erkenntnis in einem Zustand von Consolation hat.
Originalzitat aus ?Die Exerzitien?: ?Regeln, um einigermaßen die verschiedenen Bewegungen zu erklären und zu erspüren, die in der Seele sich verursachen; die Guten, um sie aufzunehmen, die Schlechten, um sie zu verwerfen... Ich rede von Trost, wenn in der Seele eine innere Bewegung sich verursacht, bei welcher die Seele in Liebe zu ihrem Schöpfer und Herrn zu entbrennen beginnt ... nenne ich Trost jede Zunahme von Hoffnung, Glaube und Liebe, und jede innere Freudigkeit, die ihn zu den himmlischen Dingen ruft und zieht und zum eigenen Heil seiner Seele, indem sie ihn besänftigt und befriedet in seinem Schöpfer und Herrn... Ich nenne Trostlosigkeit:Verfinsterung der Seele, Verwirrung in ihr, Hinneigung zu den niedrigen und erdhaften Dingen, Unruhe verschiedener Getriebenheiten und Anfechtungen, die zum Mangel an Glauben, an Hoffnung, an Liebe bewegen, wobei sich die Seele ganz träg, lau, traurig findet und wie getrennt von ihrem Schöpfer und Herrn... Zur Zeit der Trostlosigkeit soll man nie eine Änderung treffen, sondern fest und beständig in den Vorsätzen und der Entscheidung stehen, in denen man am Tag vor dieser Trostlosigkeit stand.?
Gibt es für diese Unterscheidung ein Anzeichen in der Bibel?
Ja: Jakobus 3, 14-18. Die Weisheit, die nicht von Gott kommt wird beschrieben als: ?Habt ihr aber bittern Neid und Streit in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider. Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch, niedrig und teuflisch. Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge.? Also: Gottes Weisheit, sprich seine Stimme ist nicht stressig. Sondern: ?Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, läßt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei. Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften.? Gottes Stimme passt, sie bringt Frieden und sie ist geschmeidig.
Wie können wir also Gottes Stimme von unserer eigenen unterscheiden?
1. Höre auf dein Herz Sprüche 3, 24: ?Verlaß dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlaß dich nicht auf deinen Verstand?. Wenn wir zu schnell mit dem Kopf richten, verbauen wir uns die Möglichkeit, uns ganz auf Gott einzulassen. Petrus ist einfach auf?s Wasser marschiert. Als er darüber nachdachte, fing er an, unterzugehen. Dazu braucht es Zeit mit Gott. Ein guter Anfang sind 10 Minuten am Tag Platz machen, damit Gott zu dir reden kann. Dann handle im Trost und nie im Stress.
2. Sei Partner Gottes Es ist schwer, Gott nicht zu hören, wenn du ihm gefallen und folgen willst. Wenn du dich nach den Dingen ausstreckst, die Gott will, wirst du ihn viel mehr hören. In Römer 12 steht, dass wir dann den Willen Gottes erkennen, wenn wir das wollen, was er will. Das kann zunächst sogar gar nicht bewusst ablaufen. Zum Beispiel betest du für jemand und die sind berührt von Gott, ohne dass du dich riesig inspiriert gefühlt hast. Wenn wir eine Einstellung wie Maria haben (?Es geschehe mir nach deinem Willen?), dann werden wir Gott sehr oft zu uns sprechen hören. 3. Investiere in Beziehung mit Gott Häufig bemühen wir uns um Gottes Stimme, wenn eine Entscheidung ansteht. Wir wollen dann Ja oder Nein hören. Gott ist aber zuerst an Beziehung mit uns interessiert. Gott sagt dann erst mal nichts, damit wir in dem Prozess ihm näher kommen. ?Die Stimme führt uns zum Sprechenden?. Jesus hat die Jünger erst mal berufen, dass sie mit ihm abhängen. Schluss: Lass dich auf Gottes Stimme ein Gottes Stimme zu hören ist entscheidend. Wenn du das nicht hast, dann lebst du nur von Prinzipien und Regeln. Wenn du aber Gott hörst, dann hast du Vitalität und Dynamik in deinem Leben. Gott ist superstark an Kommunikation mit dir interessiert. Suche und du wirst deinen Weg finden.
Die Stimme Gottes hören: Die Grundlage des Lebens -- 24. Sep 2004
 Gleichnis vom Sämann (Markus 4).
Ausspruch: ?Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben. Wenn ihr das nicht versteht, was wollt ihr dann verstehen?? Gleichnis ist so grundlegend, dass es trivial und unnütz scheint. Aber trotzdem sagt Jesus, dass es die Grundlage ist, um alle seine Lehren zu verstehen und Sinn aus dem Leben zu machen. Warum verstehen die Jünger das Gleichnis und nicht die anderen? Nachdem Jesus fertig ist, gehen sie hin und fragen ihn nach der Bedeutung. Reden mit Jesus ist die Grundlage, um irgendwas im Reich Gottes und Leben allgemein zu verstehen. Für die anderen bleibt alles nur Symbol, Parabel, unerklärliche usammenhänge. Wie können wir Gottes Stimme hören?
Jakobus 1,3-5: fragen, erwarten, festhalten. 1. Fragen bedeutet Fragen! 2. Erwarten bedeutet, Gottes Stimme wahrzunehmen, mit seinem Reden zu rechnen. Clou dabei: einfach mal machen und nicht gleich richten. Den inneren Dialog und den Gedanken, die im Gebet kommen mal nachgehen. Nur nichts Dummes oder Übertriebens machen, ansonsten alles machen. 3. Festhalten bedeutet das Gehörte umzusetzen. Größte Killer für Stimme Gottes, aber wichtig für Stabilität. Schluss: Gleichnis vom SenfkornGottes Stimme hören ist ein Prozess. Fängt klein an, mit alltäglichen Dingen und wird dann immer gewaltiger, um vielen anderen Platz zu geben.

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